Château Cornichon - Leipzig

Sanierung und Modernisierung des denkmalgeschützten Objektes (189 m² Nutzfläche) und Errichtung eines Ateliergebäudes (180 m² Nutzfläche)
Entwurf und Genehmigungsplanung, Ausführungs- und Detailplanungen, Außenanlagenplanung, Innenausbau, Vorbereitende Leistungen zur Ausschreibung und Vergabe; Künstlerische Oberbauleitung

Jul 2002 – Mrz 2004
Bauherr: privat

Veröffentlicht in: Umbau im Bestand, Wüstenrot Stiftung, Ludwigsburg

Château Cornichon in Leipzig

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Château Cornichon in Leipzig

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Der Leipziger Stadtteil Connewitz ist durch eine kleinteilige Nutzungsmischung aus Wohnen, Gewerbe und den Einrichtungen einer alternativen Stadtteilkultur geprägt. Teile des Quartiers sind als Sanierungsgebiet zur Entwicklung neuer innerstädtischer Wohnformen ausgewiesen. In diesem sich erneuernden Stadtteil befindet sich auch das Areal einer ehemaligen Fabrik für Gurkenkonserven, das sich die Bauherren zur ganz persönlichen Wohn- und Arbeitswelt, dem „Château Cornichon“, umgestaltet haben.

Die Bauherren erwarben das Grundstück mit der Absicht, sowohl ihre eigene Wohnung als auch ein Atelier in den Gebäuden unterzubringen. Die Substanz der hinteren Grenzwandbebauung war in ihrer Substanz so massiv geschädigt und ermöglichte so eine radikalere Herangehensweise im Entwurf. Die dichte Bebauung im hinteren Bereich wurde in zwei unabhängige Baukörper aufgebrochen; das denkmalgeschützte Kontorgebäude wurde freigestellt und zum Wohnhaus umgebaut. Tief in das Grundstück zurück gesetzt konnte das neue Atelier für die Bauherren errichtet werden.
Die Verzahnung von Wohnen und Arbeiten kommt vor allem in der Nutzung der Außenräume zum Ausdruck. Aus den vorhandenen Volumina wurden Freiräume, Zugänge und Dachterrassen ausgeschnitten, welche sowohl repräsentatives Ankommen als auch private Zurückgezogenheit erlauben und sich an eine in die Tiefe des Grundstücks geführte Wegesachse anlagern. Innen- und Außenräume sind durch Verglasungen und diagonale Blickbeziehungen miteinander verbunden.

2008 erweiterten wir das Kontorgebäude um eine in Holzständerbauweise errichtete Aufstockung für Marie Lisa.

Chateau Cornichon war 2007 beim ARCHITEKTURPREIS DER STADT LEIPZIG ZUR FÖRDERUNG DER BAUKULTUR in der engeren Auswahl. Das Projekt wurde in vielen örtlichen und überregionalen Journalen, u.a. im Deutschen Architektenblatt, Ausgabe 1-2006 veröffentlicht.

Die Autorin und Architektin Antje Heuer schrieb im Leipziger Stadtmagazin KREUTZER (Ausgabe 11-2005):

“Auf poetische und scheinbar selbstverständliche Weise verbindet sich hier nun Vorgefundenes mit Modernem zu einem Ganzen. Aus dem Ziegelbau des ehemaligen Verwaltungsgebäudes wurde ein großzügiges Wohnhaus. Das Atelierhaus, verkleidet mit sibirischem Lärchenholz, entstand neu. Zur Straße hin erstreckt sich ein grüner Garten mit großem Ahorn, die Einfassung ist absichtlich »schlampig gemauert«. Der rückwärtig gelegene, kleine und introvertierte Hof dagegen zeigt sich steinern, mit Kiesboden und alten Mauern, auf deren Oberflächen das wechselnde Tageslicht ein lebendiges Farbspiel erzeugt. Da, wo halbe Steine fehlen, stehen Teelichter im Gemäuer. Eine große weiße Wand zum Nachbarn dient dem privaten Kino von der Terrasse aus. Die umgebaute Materie ist geprägt von einer offensichtlichen Freude am Sehen, Anfassen, Ausprobieren. Ein Raum in Ultramarin, eine alte Stahlsäule, eine Milchglasscheibe zwischen Dusche und Treppenhaus (…)“

Auch im Buch „Umbau im Bestand“, die Dokumentation zum gleichnamigen Gestaltungspreis der Wüstenrotstiftung (ISBN 978-3-7828-1531-4), wurde die sensibel detaillierte Umnutzung der ehemaligen Gurkenfabrik und die Neuerrichtung des Ateliergebäudes hervorgehoben.

Foto: Anja Schlamann, Christoph Sandig, MEHNER ARCHITEKTEN

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